Schulen ans Netz e.V.
Logo Freie Lernorte Composing
Kontakt Impressum Suche  

Druckansicht dieser SeiteSeite drucken
Seite empfehlenSeite empfehlen
Startseite | Netzwerk | Internationale Kooperationen | Slash 21

Slash 21 in den Niederlanden

Slash 21



Im Dezember besuchte das Team von Freie Lernorte - Raum für mehr 2005 die Schule Slash 21 im niederländischen Lichtenvoorde. Die Schüler der Slash 21 sind zwischen 12 und 18 Jahre alt. Bei der  Schule handelt es sich um eine sogenannte Middleschool, etwa vergleichbar mit unserer Sekundarstufe 1. Insgesamt besuchen 450 Schülerinnen und Schüler die Slash 2.

 

 

Raum für mehr Bewegung

Raum für mehr
Viel Glas lässt die Schule transparent und hell erscheinen; große Arbeitsräume bieten den Schülerinnen und Schülern Platz, sich zu verteilen und auch herumzulaufen, ohne die anderen direkt zu stören. Es gibt Instruktionsräume, Werk- und naturwissenschaftliche Räume, aber auch kleine Arbeitsräume, in die sich Kleingruppen ungestört zurückziehen können. Wir sehen die Schüler herumlaufen und sich von einem in den anderen Raum bewegen, aber selten rennen welche oder spielen einfach herum. Die meisten sitzen konzentriert am Computer oder über ihren Aufgaben.

 

Lerngruppen ersetzen die Klassenverbände

Arbeiten in Lerngruppen

In der Slash 21 gibt es keine Klassen mehr. Die Schülerinnen und Schüler werden in Lerngruppen eingeteilt. Es gibt große Basisgruppen von jeweils 150 Schülern, die sich auf drei Jahrgänge (Stammgruppen), kleinere Mentorgruppen verteilen (oft 2-3 Schülerinnen und Schüler). Die Kleingruppen organisieren ihren Unterricht selbst, die Lehrerinnen und Lehrer stehen beratend zur Seite. So begibt sich die Gruppe beispielsweise selbstständig in die Chemielabors, wenn dies in ihren Aufgaben gefordert wird. In jedem Raum ist immer ein Tutor anwesend, der ihnen bei Fragen zur Seite steht. Die Schülerinnen und Schüler haben mindestens alle zwei Wochen ein Gespräch mit einem Lernprozess-Begleiter.

Unterricht im Block

Die Schülerinnen und Schüler lernen in Lernkonzepten und Projekten und nicht in einzelnen Fächern. Für diese Lernkonzepte gibt es eine veränderte Zeiteinteilung. Der Tag besteht aus zwei Blöcken, die sich jeweils mit einem bestimmten Thema beschäftigen (z.B. „Bedürfnis“, Elektronik, Kommunikation). Ein Block dauert ca. vier bis sechs Wochen und findet an ein bis zwei Tagen die Woche statt, sodass in der Woche ca. sechs Blöcke bearbeitet werden. Am Anfang aller Blöcke gibt es Instruktionen, danach arbeiten die Schülerinnen und Schüler ausschließlich mit den gestellten Aufgaben. 60 – 70 % der Schulzeit wird selbstständig gearbeitet.

Auch Fremdsprachen werden in Blöcken unterrichtet, drei Monate lang, drei Tage pro Woche. Häufig ist es so, dass die Fächer übergreifend arbeiten. So müssen die Schülerinnen und Schüler Aufgaben anderer Fächer in Englisch erledigen oder eine Präsentation auf Englisch halten. In jeder Sprache gibt es einen native speaker, der den Lernenden verschiedene Angebote macht.

Die Überprüfung der Leistungen erfolgt nicht defizitorientiert. Vielmehr überprüfen die Tutoren: Was kann der Schüler und was braucht er noch, um weiter zu kommen? Die Kompetenzen werden in Form von Präsentationen und Lernfortschritten gemessen. Das so entstandene Bild wird in eine spezielle Grafik eingetragen. Grundsätzlich gibt es nur sehr selten Noten. Alle Ergebnisse und Arbeitprodukte  werden in einem Portfolio festgehalten.

Die (virtuelle) Lernumgebung

Computer als Werkzeug

ITC (Internet-Computer-Technologie) spielt in der Slash 21 eine große Rolle. Alle Aufgaben, Materialien und Bewertungen sind im Intranet, in einer speziell für die Schule konstruierten Lernumgebung, enthalten. Die Aufgaben, die sog. „Webquests“ sind von den Schülerinnen und Schüler überall abrufbar. In jedem Raum sehen wir Computer. Im Schnitt kommt auf zwei Kinder ein PC. Sie alle sind ans Internet angeschlossen, der Zugang wird über eine Filtersoftware kontrolliert. „Der Computer ist ein Mittel, der uns die Hände frei machen kann. Wir brauchen nicht mehr viel Zeit für Instruktionen und können uns auf die Schüler konzentrieren.“, sagt Astrid Wassink, Schulleiterin der Slash 21. Das Curriculum sieht aber auch computerfreie Arbeitszeiten vor. Bücher werden von den Schülerinnen und Schülern meist nur noch zum Nachschlagen benutzt, da alle Lernaufgaben und die dazugehörige Literatur im Intranet stehen.

Der Lehrer ist der Coach
ständige Begleitung

Die Rolle des Lehrers ändert sich dramatisch. Ein Lehrer vergleicht das traditionelle Schulsystem mit einem Autobus: „Bei uns stehen die Lehrer nicht wie in einem Autobus vor der Klasse, sondern sind Begleiter der Schüler.“ Die Lehrer haben vielmehr die Aufgabe eines Coachs und tragen die Bezeichnung Tutor. Ihre Arbeitszeit ist täglich von 9 - 17 Uhr. Jeder Lehrkraft steht ein Laptop und Lehrerarbeitsräume zur Verfügung. Die Lehrer arbeiten in Teams zusammen. Jedes Team besteht aus neun Stellen (ca. zehn bis zwölf Angestellte) von diesen neun Stellen sind sechs Lehrerstellen, die anderen verteilen sich auf Assistenten unterschiedlicher Ausbildungsrichtungen.

Fazit

Flexibles und selbständiges Lernen mit (neuen) Medien sind integraler Bestandteil der Slash 21. Die Schüler erhalten die Verantwortung über ihren eigenen Lernprozess und die Lehrkraft steht mit ihrem Fachwissen als Lernberater jederzeit zur Verfügung. Viel Transparenz, sowohl auf räumlicher als auch auf inhaltlicher Sicht ergeben eine Lernumgebung, in der sich die Schülerinnen und Schüler voll entfalten und auf ihre zukünftige Lebens- und Berufswelt vorbereiten können.

BMBF Ganztagsschulen - Projekt "Keine(r) ohne Abschluss" Rheinland-Pfalz
Vom 12. April 2010 aus der Rubrik "Meldungen": Projekt "Keine(r) ohne Abschluss" in Rheinland-Pfalz wird ausgeweitet
weiter
BMBF Ganztagsschulen - Ganztagsschulentwicklung Bayern
Vom 12. April 2010 aus der Rubrik "Meldungen": Bayerische Schulen können sich für Ganztagszüge an Grund-, Haupt- und Förderschulen bewerben
weiter
Ein Projekt von Schulen ans Netz e.V.