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Die Schule als ganztägiger Lebensraum

Neue Möbel - Neue Lernkultur

PD. Dr. Wilfried Buddensiek demonstriert das flexible Tafelsystem
Ausgangspunkt für die räumlichen Planungen in Herford  waren pädagogische Qualitätskriterien. Durch zunehmend selbstgesteuertes Lernen und Spielen sollen Kinder zu selbstbewussten, kooperationswilligen und verantwortungsbereiten Persönlichkeiten heranreifen, die den Anforderungen unserer Gesellschaft gewachsen sind. Diese Forderung hat Konsequenzen für die Raumgestaltung, so Schweppe.  Allein durch die Ausrichtung der Tafel am Kopf des Klassenzimmers wird eine frontale Ausrichtung des Unterrichts provoziert, betont der Vertreter der Stadt Herford. Wenn die klassische Tafel abgeschraubt wird, ändere sich automatisch das Rollenverständnis der Lehrkräfte und auch der Unterricht. Leichte Tafeln, die an Schienen verlaufen und flexibel abnehmbar sind ermöglichen so eine neue Lernkultur.

Flexible Möbel ermöglichen Öffnung nach außen

Rainer Schweppe fordert, dass die Chancen der demographischen Entwicklung genutzt werden sollen.  „Es werden weniger Schüler. Das gilt es für die Schulen zu nutzen. Die Räume, die den Schulen jetzt zur Verfügung stehen, sollten auch bei einer geringeren Schülerzahl nicht gestrichen werden, sondern weiter für schulische Belange genutzt werden können. Um dies zu erreichen gilt es vorausschauend zu planen. Ist eine Grundschule mit niedrigen Tischen und Stühlen ausgestattet, kann ein Bürgermeister diese nicht für eine Gemeindeversammlung benutzen. 

Wenn Möbel jedoch so flexibel sind, dass sie für alles und von jedem genutzt werden können, wird eine vielfältige Verwendung von Räumen möglich und die Akzeptanz in der Kommune steigt. Stühle mit Sitzbrettern eignen sich beispielsweise sowohl für Erwachsene als auch für kleine Kinder. Das wird jedes Elternteil, das einmal einen Elternabend im Klassenraum eines ersten Schuljahrs überstehen musste, zu würdigen wissen.

Ein Stuhl für alle

Eine fraktale Schule entsteht

 

 

Die Herforder Planungen beschränken sich jedoch nicht nur auf die Umgestaltung von Klassenräumen: Sowohl bei der Grundschule Landsberger Straße als auch bei der Grundschule Stiftberg konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Rohbauten der neu entstehenden fraktalen Schulen bestaunen.

Fußhocker, einheitliche Regale und Tafelschienen: Was die Projektschulen mitnehmen
Die Lehrkräfte der Projektschulen zeigten sich vor allem von dem hohen Engagement und der erfolgreichen Zusammenarbeit aller Parteien in Herford beeindruckt. Auch wenn sie wissen: solch großen Umwälzungen sind an ihren Schulen nicht möglich, nehmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vielfältige Anregungen mit nach Hause. „An unserer Schule wird ein neuer Klassenraum eingerichtet. Bei der Planung können wir die neuen Ideen direkt nutzen“, erklärt Manuela Spörer von der Grundschule Gotha.

Bei den meisten lautet jedoch die Devise: Bei Kleinigkeiten anfangen und sich dann vorarbeiten. Das Raumkonzept des eigenen Klassenzimmers wird von den teilnehmenden Lehrkräften kritisch in den Blick genommen. „Die klaren Strukturen an den Herforder Schulen haben mich beeindruckt. Einheitliche Regale schaffen eine angenehme Atmosphäre!“ lautet das Urteil einer Teilnehmerin. Auch das Tafelsystem wird als Anregung mitgenommen. „Die Schienen sind nicht teuer und wir können ja erstmal klein anfangen!“ Und wenn kein Geld für die variablen Stühle da ist, hilft die Idee einer Teilnehmerin: Für kleinere Kinder möchte sie billige Fußhocker anschaffen, um nicht mehr verschieden große Stühle und Tische in ihrem Klassenzimmer haben zu müssen.
Schienensysteme
Auch diese Erkenntnis nehmen die Lehrkräfte mit: Es lohnt sich für seine Visionen zu kämpfen, denn eins hat das Beispiel Herford gezeigt: vordergründig nicht machbare Dinge sind machbar!

Weitere Informationen zu den Aktivitäten der Stadt Herford finden Sie hier 





 

 

 

 

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