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Kongressbericht: Freie Lernorte - Lernen anders denken!

Freie Lernorte fördern die Selbständigkeit,
Motivation, Eigenverantwortlichkeit
der Schülerinnen und Schüler!

Lehrer beraten Lehrer
Lehrer beraten Lehrer

Diese ist eine von vielen Botschaften, die die 170 Teilnehmenden des Kongresses „Freie Lernorte – Lernen anders denken“ am 23. November in der Hunsrück-Grundschule in Berlin lesen konnten.
Verfasst wurden diese Botschaften von Lehrerinnen und Lehren, die zwei Jahre am Projekt Freie Lernorte - Raum für mehr intensiv mitgearbeitet haben. Diese empfingen die Veranstaltungsteilnehmerinnen und -teilnehmer direkt am Eingang der Schule – frei nach dem Motto „Lehrer beraten Lehrer“. Während dieser Beratungsgespräche führten die Lehrkräfte die Besucher  zu den verschiedenen Themenräumen und Vorträgen und vermittelten weitere Ansprechpartner, wie beispielweise Hans Ahlenius von der Futurum Skola in Schweden oder Ad van der Laan und Willem van Dam von der niederländischen KPC-Groep, die Schulen bei Entwicklungsprozessen unterstützt und berät. Über Erfahrungen in Sachen Freie Lernorte verfügen aber insbesondere auch die am Projekt teilnehmenden Schulen: Über die Projektlaufzeit hatten sie Freie Lernorte in ihren Schulen konzipiert, umgedacht, neu entwickelt, dem Kollegium vorgestellt und diskutiert, mit Geldgebern gerungen und neue Möglichkeiten für die Entwicklung ihrer Schule entdeckt. Bundesweit 60 Ganztagsschulen haben Freie Lernorte eingerichtet und pädagogische Konzepte für die Nutzung im Schulalltag entwickelt und erprobt. Das Resultat kann sich wirklich sehen lassen. In vier unterschiedlichen Themenräumen präsentierten exemplarisch 14 Schulen, wie die Ausstattung und Arbeit in und mit Freien Lernorten in der Schulpraxis aussehen kann.

Freie Lernorte sind nicht der Raum allein!

Im ersten Themenraum konnten sich die Besucher über Einrichtungsmöglichkeiten und Finanzierungsideen beraten lassen. Wie man anstehende Schulrenovierungen dafür nutzen kann, Freie Lernorte in der Schule einzurichten, wie ein Study-Room oder ein flexibles Klassenzimmer aussieht und wie diese an den Schulen genutzt werden, diskutierten die Teilnehmer mit der Käthe-Kollwitz-Schule (Leverkusen), der Hauptschule Zeil-Sand und dem Gymnasium am Stoppenberg (Essen). Da natürlich die Finanzierung dieser Räume auch eine große Rolle spielt, konnten sich die Teilnehmer über eine Fundraising-Idee – das Entenrennen – an der Gesamtschule Hardt informieren.

Freie Lernorte fördern durch Medienvielfalt die Medienkompetenz!

Beratung am Smartboard
Beratung an der interaktiven Tafel
Wie neue und traditionelle Medien sinnvoll im Unterricht, insbesondere für die Förderung von selbständigem Lernen eingesetzt werden, erfuhren die Besucher im zweiten Themenraum. Was ist eine digitale Schultasche und wie setzt man sie ein? Wie konstruiert man einen mobilen Medienwagen nach den eigenen Bedürfnissen und mit welchen Kosten muss man rechnen? Fragen wie diese konnte die Geschwister-Scholl-Realschule (Nürnberg) den Lehrkräften beantworten. Die Grundschulen Wendelinusschule (Ramstein Miesenbach) und Schule an der Grambker Heerstraße (Bremen) zeigten, wie man schon mit den „Kleinen“ sinnvollen, mediengestützten Unterricht gestalten kann, der Spaß macht, z. B. mit Videopodcasts und digitalen Hörbüchern.
Bei Schülerinnen und Schülern, die krankheitsbedingt dem Unterricht fern bleiben müssen, ist der Einsatz der virtuellen Plattform lo-net² äußerst nützlich und sinnvoll. Die vielfältigen Möglichkeiten präsentierte die Stephen-Hawking-Schule (Neckargemünd) und ließ die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ganz nebenbei auch noch die interaktive Tafel ausprobieren.

Freie Lernorte verändern den Unterricht.
Sie machen ihn lebendig, anschaulich, spannend, individuell
– EINFACH GUT!

Notebook im KofferDass die Veränderung von Unterricht eine Bereicherung für das Schulleben ist, stellte der dritte Themenraum sehr anschaulich dar. Von der ersten Idee für Freie Lernorte, über die Einrichtung bis hin zur konkreten Nutzung: diesen gesamten Weg beschrieb die Grundschule an der Gartenstraße (Dinslaken). Auch die ecolea internationale Schule (Rostock-Warnemünde) stellte Interessierten ihr Nutzungskonzept der Freien Lernorte und ihr schuleigenes Fach „Skills“ (Sprach-& Methodenkompetenz) vor. Großes Interesse verzeichnete auch das Portfolio Medienkompetenz des Eichsfeldgymnasiums (Duderstadt). In Mediabox und LogBuch halten Schülerinnen und Schüler fest, in wie weit sie sich mit medienbezogenen Themen auseinandergesetzt haben.

Visionen haben und mit Mut und Ausdauer verfolgen
– unsere Schüler sind es wert!

Visionen haben auch die Schulen, die sich im vierten Themenraum mit dem Thema Schulentwickelung auseinandersetzen. Die Kopernikusschule (Freigericht) informierte über Voraussetzungen und die Ideenentwickung ihres Freien Lernortes, einem Lernzentrum, bei dem auch außerschulische Partner eine wichtige Rolle spielen. Lehrkräfte der Sophie-Scholl-Gesamtschule (Remscheid) ließen sich von einem Besuch an der schwedischen Futurum Skola inspirieren, und stellen ihr Schulkonzept in Bezug auf Unterrichtszeiten, -inhalte und Lernorte um. Und auch die Gesamtschule Barmen (Wuppertal) veränderte ihren Stundenrhythmus zugunsten einer 65-Minuten-Taktung, frei nach dem Motto mehr Zeit für selbstgesteuertes Lernen. Darüber hinaus stellten sie das so genannte Drehtür-Modell vor, das leistungsstarken Schülerinnen und Schülern erlaubt, ab dem 6. Schuljahr stundenweise am Unterricht der nächst höheren Klasse teilzunehmen oder gesonderte Projekte bearbeiten zu können.

Freie Lernorte brauchen die Vielfalt der Medien.

Ganz im Zeichen der Medien stand der Film „Freie Lernorte – Lernen anders denken“ der auf dem Kongress in Berlin seine Premiere feierte. Die Dokumentation stellt fünf Schulen aus dem Projekt vor, die Freie Lernorte in den Schulalltag integriert haben. Der Produzent und Filmemacher Mark Poepping betonte, wie beeindruckt er von der Vielfalt der Freien Lernorte und dem Engagement der Lehrkräfte gewesen sei. Diesen Film zu drehen sei auch für ihn eine Inspiration gewesen.
Der Film liegt als DVD vor und kann Interessierten aus dem Bildungsbereich kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.
Direkt zum Online-Bestellformular.

Freie Lernorte benötigen bundesweiten Austausch,
um Horizonte zu erweitern

Neben den Themenräumen hatten die Kongressbesucher noch die Möglichkeit, sich in Vorträgen über die Möglichkeiten der Einrichtung und Nutzung Freier Lernorte zu informieren.

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