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Erstes Erfahungsaustauschtreffen in Wuppertal Barmen
Ganztagsschule und Freie Lernorte – das passt!
60 Vertreterinnen und Vertreter von bundesweit 30 Ganztagsschulen trafen sich am 26. und 27.09.05 zum ersten Mal, um sich über die Frage auszutauschen: Wie kann ich Freie Lernorte in meiner Schule einrichten? Das Erfahrungsaustauschtreffen fand in der Gesamtschule Wuppertal-Barmen statt. Mit Spannung hatten die Lehrerinnen und Lehrer sowie das Team von Freie Lernorte - Raum für mehr die Auftaktveranstaltung erwartet, die ganz im Zeichen des gegenseitigen Kennenlernens und des Austauschs stand.

Ganztagsschule braucht digitale Medien
Begrüßt wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Schulleiter Volker Syring, der seine Gäste herzlich willkommen hieß. Danach sprach Dr. Andreas Vogel vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zum Thema „Schule und Medien – Chancen und Perspektiven in Ganztagsschulen“. Mit dem Ganztagsschulprogramm der Bundesregierung, so Vogel, habe Deutschland das wohl größte Programm zur Schulentwicklung initiiert, das es länderübergreifend je gab. „Denn die Diskussion um die Ganztagsschulen ist eine Diskussion um eine neue Lernkultur: für eine Pädagogik der Ermutigung der Kinder und Jugendlichen mit mehr Zeit und mehr individueller Förderung.“ Gerade für den Medieneinsatz sei Ganztagsschule prädestiniert. Sie bietet neue Möglichkeiten, Kinder individuell zu fördern und neue Formen des Lernens unterstützt durch Medieneinsatz einzusetzen. „Die digitalen Medien brauchen Ganztagsschulen,“so Vogel, „denn ohne Unterrichtsentwicklung können die lernförderlichen Potenziale nicht genutzt werden und die Ganztagsschulen brauchen die digitalen Medien, weil sie heute Alltagsmedium geworden sind.“ Ihre Arbeit im Projekt sei Pionierarbeit, „weil der Gestaltung von Lernorten, von Räumen eine besondere pädagogische Bedeutung zukommt.“
Wir sind dabei!
„Ganztagsschule und Freie Lernorte – das passt!“. Diese Ansicht vertritt neben den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch Michael Schopen, Leiter des Projekts, der die einleitenden Worte zum Projekt sprach. Er gab den Zuhörerinnen und Zuhörern einen Überblick über die Ziele und den Verlauf des Projektes und überreichte den Schulvertretern Teilnahmezertifikate.
Schule von ihrer schönsten Seite
Die Schule zeigte sich im Sonnenlicht von ihrer schönsten Seite und lud alle Beteiligten zu einem Rundgang ein. In Kleingruppen wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Schule geführt, die sich durch ihre schön und modern gestalteten Räume und Hallen auszeichnet, aber auch mit modernste technische Ausstattung und innovativen Raumkonzepten, wie beispielsweise einer Medienbibliothek, aufwarten kann.
Postersession zum gegenseitigen Kennenlernen
Da aber vor allen Dingen das Ziel dieses Treffens war, dass sich die Schulen untereinander kennen lernen und Informationen austauschen, hatten die Schulen die Möglichkeit, sich mittels Plakatwänden den anderen Schulen zu präsentieren. Diese Postersession war Anstoß zu einem regen Informationsaustausch, in dem sich die Lehrerinnen und Lehrer näher kennen lernen konnten. Sie hatten die Gelegenheit, Konzepte und Ideen von Freien Lernorten auszutauschen und die verschiedenen Problemlagen zu diskutieren. Viele nutzen die Gelegenheit, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen.
Betreten der Baustelle erwünscht!
 In den zweiten Tag stimmten Hans Oberhollenzer und Bernhard Maier ein, die ihre Freien Lernorte am Lise-Meitner-Gymnasium in Böblingen vorstellten. Das Gymnasium zählt zu den vier beratenden Schulen des Projektes. „Betreten der Baustelle erwünscht!“ ist das Motto des Lise-Meitner-Gymnasium, das neben Computerräumen und einem Schülerbistro mit Notebook-Arbeitsplätzen eine so genannte „Study Hall“ als Freien Lernort eingerichtet hat, in der die Schüler Zeit und Ruhe haben, sich mit ihrem Lernstoff, aber auch mit Dingen wie Malen und Lesen beschäftigen können. Auch weiterhin möchten sich die Böblinger verbessern und ihre Schule ausbauen, daher die „Baustelle“.
Visionen und Ziele
Nach dieser Anregung ging es in die Workshops. Dort wurden die Projektschwerpunkte eingehend erläutert, anhand derer die Ansprechpartnerinnen und -partner gemeinsam Visionen entwickeln und erreichbare Ziele für die Freien Lernorten an ihren Schulen vereinbaren sollten. Die interne Kommunikation des Projektes läuft über die Plattform lo-net von Schulen ans Netz, die im Anschluss an die Workshops erläutert wurde.Nach einem kurzen Abschlussplenum konnten die Lehrerinnen und Lehrer mit vielen Inspirationen und neuen Plänen für ihre Freien Lernorte wieder den Heimweg antreten.
Qualitätsurteil: gut
Anhand eines Fragebogens konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer abschließend das Erfahrungsaustauschtreffen bewerten. Durchweg waren sie mit der Durchführung und Organisation aber vor allen Dingen mit dem Austausch mit den anderen Schulen sehr zufrieden. Auch wurde die Atmosphäre und die Anregung durch die Gesamtschule Wuppertal Barmen gelobt. Viele Schulen fühlen sich bestärkt, den richtigen Weg mit ihren Projekten und Freien Lernorten eingeschlagen zu haben. Für die nächsten Treffen wünschen sie sich unter anderem einen noch stärkeren Austausch und schulart-spezifische Angebote.
Insgesamt finden im Rahmen des Projekts Freie Lernorte - Raum für mehr in jedem Schuljahr drei Erfahrungsaustauschtreffen für die teilnehmenden Projektschulen statt. Das nächste wird im Januar 2006 sein.
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